Eine nicht in allen Belangen zu ernst zu nehmende Nachbetrachtung

Bei sonnigem Frühlingswetter um 15 Grad C. kamen 23 Segler und Seglerinnen aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland zusammen, um bei dieser zum sechsten Mal stattfindenden Ranglistenregatta der deutschen 2.4 Klassenvereinigung mitzumachen. Der Segelclub Münster hat in hervorragender Weise diese Veranstaltung zu fast! aller Zufriedenheit durchgeführt.
Die meisten von ihnen kannten den Aasee mit seinen besonderen Winden, doch dieses Mal war alles anders, man kann sagen noch viel schlimmer.
Aber der Reihe nach.


Training mit Backe am Freitag davor (8.4.16)

Bernd Zirkelbach (Backe), unser über alle Grenzen bekannter Bundestrainer hatte dieses Training mit Tina und Jürgen Schwittai im Vorfeld organisiert. 7 Segler konnten früher anreisen und hatten die seltene Möglichkeit, dort ihr Können in Praxis und Theorie zu verbessern. Bevor es losging, kosteten wir Tinas leckere Suppe.
Das Auf und Ab und Hin und Her auf dem See, also das Training bei recht guten Windverhältnissen  um 2-3 Bf. aus SW hat allen viel gebracht, doch Backes Tempo brachte die meisten arg ins Schwitzen.
Die erzeugten Videos wurden nachmittags bei und mit Tinas Kuchen analysiert.
Sehr gut vorbereitet  wurde nun  gespannt auf den ersten Regattatag gewartet.


Ankunft der restlichen Gespanne und erster Regattatag am Samstag 9.4.16

Wie eingangs erwähnt, war das Wetter recht ordentlich, bis auf den Wind. Da war meist die Luft raus und wenn sich etwas tat, konnte er sich nicht entscheiden, wie stark er wehen wollte, geschweige denn welche Richtung er zwischen den Bäumen, Häusern und Büschen nehmen sollte. So kam es zu einem Start Richtung Brücke (West)und zwei Starts Richtung „Kugeln“ (Ost), wobei die Kreuz einen Halbwindkurs mit zwischenzeitlichem Ausbaumen beinhaltete und umgekehrt. Das eindrucksvollste war dabei, dass kaum ein Segler die Beherrschung verlor und einfach sich dem Schicksal fügte.
So schafften wir immerhin 3 Wettfahrten mit einem Zwischenergebnis, was so manche Überraschung zeigte. Jan ten Hoeve, der Niederländer aus Deutschland, war überragend dreimal Erster. Ein gutes Ergebnis hatte auch Peter Bauer (PHL) mit Platz drei. Unsere deutschen Stars hielten sich bis auf Detlef Müller-Böling auf Platz 2 sichtlich irritiert im Hintergrund. Aber da war ja noch der Sonntag. Sollte da noch mind. ein Lauf stattfinden, kam ein Streicher ins Spiel, der noch so einiges verändern konnte.
Nach dem trotz Windnot anstrengendem Tag, gab es für die Segler, Begleiter und Helfer ein vorzügliches Abendbüffet. Da hatte der SCM wieder ein glückliches Händchen und einen guten Caterer an der Hand. Alle waren zufrieden mit der Bewirtung und dem anschließenden gemütlichen Abend bei Bier, Wein, anderen Getränken und immer lockerer werdenden Gesprächen.

Zweiter Regattatag und Abreise am Sonntag  10.4.16

Reichhaltiges Frühstück gab es natürlich im Club, in den WoMos oder den gebuchten Hotelunterkünften.
Die vierte Wettfahrt, die dann auch die letzte sein sollte, war  um 11 Uhr von der Regattaleitung angedacht, doch wollte sich der von allen herbeigesehnte Wind nicht so recht einstellen. Erst gegen 12 Uhr wurde die Startverschiebungsflagge eingeholt und die Wettfahrt stand unmittelbar bevor. Ein Hauch von Wind aus Süd, der am ungeliebtesten Richtung an diesem kleinen Stadtgewässer, reichte dem Regattaleiter, das sich kaum zu bewegen scheinende Feld auf die Reise zu schicken. Die Wettfahrt war wie am Tage zuvor schrecklich schön und dann noch 3 lange Runden lang.
Durch Windlöcher, kleine Böen und gute Windphasen gab es an der Luvtonne aber auch am Leefass  Zusammenballungen von Booten, die sich erst nach einiger Zeit auflösten und den glücklichsten oder erfahrensten Windlesern oft große Vorsprünge gaben. Am Ende war wieder Jan ten Hoeve vorne, der kann es einfach. 4 erste Plätze und davon ein Streichergebnis, mehr geht nicht.
Wir gratulieren ihm ganz herzlich zum Sieg des 7. Münster Cup der 2.4mR in 2016.
Platz 2 verteidigte Detlef Müller-Böling, Ulli Libor wurde noch Dritter vor Eberhard Bieberitz. Aber auch die Segler des heimischen Vereins verzeichneten sehr gute und gute Ergebnisse.
Holger Humborg 5.,Wolfgang Grupe 6., Jürgen Schwittai 9., Andreas Rütter 11., Stefan Kaste 19.


Boote aus dem Wasser und Siegerehrung

Es war schön anzusehen, wie Hand in Hand alle Boote aus dem Wasser gekrant wurden, ein Abspritzkommando reinigte auf die Schnelle jede 2.4. Nur das so geliebte Anlegebier wurde von den dürstenden Seglern vermisst. Das Fertigmachen der Boote auf den Trailern oder Anhängern war von den Seglern und deren Helfern schnell vollbracht. So standen nach relativ kurzer Zeit alle Gespanne unterhalb der Terrasse neben dem schönen Clubhaus des SCM  fertig zur Abreise bereit.

Gegen 15 Uhr wurde zur Siegerehrung in die Messe gerufen.
Der stellvertretende Vorsitzende des SCM Bastian Müller-Laackmann nahm die Ehrung vor, nachdem er ein kurzes positives Resümee über die Veranstaltung vortrug und ein Dankeschön an Alle aussprach.
Dann ging es endlich los. Die Sieger wurden der Reihe nach vom letzten bis zum ersten Platz nach vorne gerufen. Jeder erhielt ein Andenken an diese Veranstaltung und zwar ein buntes Frühstücksbrettchen mit aufgedrucktem Motiv von Segelbooten auf dem Aasee, darauf ein Mettwürstchen, ein  Schnapsfläschchen und  Pumpernickel.
Das erste Drittel der Teilnehmer, also ab dem 8.Platz, bekam zusätzlich eine große Tasse mit Aaseemotiv und dem aufgedruckten ersegelten Platz. Eine gelungene Idee!


Ein Dank an die Segler aus Nah und Fern

Die Segler aus Plau am See haben den Vogel abgeschossen und gleich 7 Boote geschickt, aber allen anderen ebenso ein herzliches Dankeschön für ihr Kommen.
Wie wir von allen vernommen haben, werden die meisten nächstes Jahr wieder nach Münster kommen, um die typischen Windverhältnisse irgendwie besser verstehen zu lernen.


Ein Dank an die Organisatoren

Eine Veranstaltung zu organisieren und durchzuführen ist nicht mal eben so gemacht. Deshalb ein großes Dankeschön an alle fleißigen und engagierten Helfer, die eine solche schöne Regatta auch in 2016 wieder möglich gemacht haben.


Geschrieben von Wolfgang Grupe