Ein Erfahrungsbericht von Jörn Schmitt:

 

Bei der weltweit größten Offshore-Solo Regatta der „Silverrudder“ sorgte Starkwind mit teils giftigen Böen über 30 Knoten für Rekordzeiten aber auch viel Bruch. Gesegelt wird von Svendborg aus rund Fünen, in welcher Richtung wird je nach Wind und erwarteter Strömung entschieden. Aus diesem Grund findet am Tag zuvor eine umfangreiche Steuermanns-Besprechung mit anschließender Sicherheitskontrolle des Bootes statt.

 

SAM 3500

 

 


Die Starter werden ohne Verrechnungs-Formel, nur nach Größe in sieben Gruppen eingeteilt. In fünf Kielbootklassen und zwei Mehrrumpfkategorien wird gestartet und es zählt nur die gesegelte Zeit. 

Mit tatkräftiger Unterstützung von Leo, Jan und Stephan ging es die Woche vor bzw. nach der Regatta im herrlichsten Spätsommerwetter erst nach Svendborg und nach der Regatta wieder zurück nach Kühlungsborn.
Aufgrund des stürmischen Wetters gingen am Freitagmorgen von den 330 gemeldeten Yachten ca. 240 auf den ca. 134 sm langen Kurs. Schon der Start erwies sich als ausgesprochen selektiv. Denn bei den gestarteten Booten, begrenztem Manövrierraum, stur Kurs haltendem Fährverkehr und vielen tückischen Flachs – eines davon direkt auf der Linie – für ein Wechselbad der Gefühle.
Es spielten sich mehrere kleine bis größere Dramen ab. Mal lief einen Olympiateilnehmerin auf Grund oder ein 30Fuß Trimaran kenterte ungewollt. Unserer kleinen „Mila“, die ich eine Woche zuvor noch am Bodensee abgeholt hatte machte das alles nichts aus und die Taktik, vorne mit zu segeln um nicht unnötig navigieren zu müssen, erfüllte sich. Nachdem ich um jeden Meter gerungen hatte und ich mir mit einigen taktischen Manövern etwas Luft verschafft hatte, lag ich im Großen Belt und im Kattegat auf Platz 34.

Wind gegen Strom mit den bekannten hohen Wellen, eine zerrissene Genua und weniger Wind in der Nacht bevorzugten die teils mit Profis besetzen großen Boote, so dass ich die Regatta mit vielen anderen Yachten im Mittelfeld beendet habe.

Halbwegs ausgeruht ging es dann am Abend nach der ca. 30 stündiger Wettfahrt zur Party mit der bekannten dänischen Gelassenheit. Die Organisation war wirklich gut und die Stimmung im Hafen und an Land ausgezeichnet.

Nächstes Jahr wird die Meldezahl auf 440 Schiffe aufgestockt werden und hoffentlich sind „Mila“ und ich wieder dabei.

Am liebsten natürlich mit noch anderen Segelbegeisterten aus dem SCM.